5 Jahre SFT - Ein Vergleich der Heftnummern 12/04 und 12/09
Eine halbe Dekade ist eine lange Zeit. Ein Abschnitt, in der sich nicht nur ein Magazin Veränderungen ausgesetzt sieht, sondern auch der Leser. Meine erste SFT, die insgesamt zweite Ausgabe des Heftes, habe ich während eines Kurzurlaubs zufällig im Kiosk gefunden und war begeistert: Ein dickes Heft für knapp 2€, dazu mit einem guten Film (Heavenly Creatures), da konnte ich nicht "Nein" sagen. Zurecht! Und so dauerte es nicht lange, bis ich vom Kioskkäufer zum Abonnent wurde. Im Laufe dieser Zeit bestellte ich mir dann - der Volläständigkeit halber - auch die Erstausgabe nach. Im Forum eingemischt habe ich mich ab Ausgabe 03/07. Zuvor gabe es eigentlich nur freewather als echte Konstante. Kleiner Tipp am Rande: Lest euch mal die ganz alten Threads durch, da ist einiges zum Schmunzeln dabei, z.B. die Echauffierung über "nur noch" gut 160 Seiten....
Nun aber genug des historischen Gesülzes, kommen wir lieber zu den Fakten. Ich bin ein Statistikfreak, jongliere gern mit Zahlen, daher wird der als "gnadenlos subjektiv" angekündigte Vergleich vielleicht doch objektiver als geplant... Aber das soll ja mitunter nicht schaden. Los geht's:
Preis: Damals: 1,99€ - Heute: 4,50€
Ein preislicher Anstieg von 126% ist ein gewaltiger. Daher sollte man in Erwägung ziehen, dass die SFT bald nach dem sehr günstigen Einführungspreis dem Wert und auch dem Markt entsprechend einen Euro teurer wurde und auch später immer wieder mal etwas zulegte. Wenn ich mich recht erinnere, lag der Heftpreis anschließend bei 3,30€, 3,50€, 3,90€ und schließlich bei stolzen 4,50€. Bei allem Verständnis: Mehr darf es nicht sein, wenn unter dem Strich noch ein paar Leser übrig bleiben sollen! Abonnenten zahlen übrigens momentan knapp über 4€, daher sollten regelmäßige Leser diese Möglichkeit in Betracht ziehen. Dafür bekommt man neben der Anfangsprämie, dem kleinen Preisnachlass und dem (in Deutschalnd) früheren Erhalt des Heftes nichts: Abo-Schmankerl gibt es so gut wie nie (ich erinnere mich noch an den SFT-Eiskratzer, sonst ging man leer aus).
Umfang: Damals: 196 Seiten - Heute: 132 Seiten
Das sind immerhin 64 Seiten = 32,7% weniger: heftig! Vor allem muss man bedenken, dass die Erstausgabe auch ein 32-seitiges Special enthielt, die "SFT Praxis-Beilage". Ich dachte mir, dass dieser Rückgang sicher auch an dem Wegfall vieler Anzeigenkunden liegt, aber weit gefehlt...
Werbung: Damals: 55 Seiten - Heute: 37 Seiten
Das sind jeweils ca. 28% (100% entsprechen der jeweiligen Gesamtseitenzahl - siehe oben). Überraschend gleichwertig und absolut respektabel in einer Zeit, in der es Printmagazine sicher nicht immer einfach haben, genug Anzeigenkunden zu finden. Umso enttäuschender, dass der Heftumfang nicht größer ist.
(Abowerbung habe ich übrigens nicht mitgezählt. Evtl. ist die Seitenanzahl auch fehlerhaft, da ich wirklich keine Lust hatte, noch einen zweiten Werbungs-Suchlauf durchzuführen.)
Nun aber zu den wichtigsten Rubriken des Heftes:
Aktuell: Damals: 6,5 Seiten (3,3%) - Heute: 8,5 Seiten (6,4%)
Die Prozentangaben beziehen sich auch hier (wie nachfolgend) immer auf den Vergleich zur jeweiligen Gesamtseitenzahl von 196 bzw. 132 Seiten!
Man kann also gleich eine drastische Erhöhung feststellen, wenngleich neben News heute auch Interviews dabei sind, die früher vielleicht eher in den jeweiligen Hauptbereichen zu finden waren.
Technik: Damals: 51,5 Seiten (26,3%) - Heute: 37 Seiten (28,0%)
Dass dieser Bereich prozentual zulegte, ist für mich keine Überraschung. Da ich mich nur für wenige Artikel interessiere, dürften es aus meiner Sicht gerne 20 Seiten weniger sein... Auch damals nahmen übrigens Damen mit wenig Kleidung viel Platz ein. Da das auch heute noch so ist, kann man wohl davon sprechen, dass sich dieses Konzept bewährt hat... Schade eigentlich!
Spiele: Damals: 27 Seiten (13,8%) - Heute: 11 Seiten (8,3%)
Die wichtige Stellung in früheren Tagen merkte man der SFT nicht nur am Namen, sondern auch an der Reihenfolge der Rubriken an: Spiele kamen noch vor den Filmen. Zwar ist in der aktuellen Ausgabe ein leichter Anstieg um zwei Seiten im Vergleich zur vorigen Ausgabe 11/09 zu verzeichnen. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack. Das titelgebende Ressort ist nur noch Randrubrik. Ob aus Angst vor Konkurrenzbildung im eigenen Hause oder aus welchem Grunde auch immer: Ich finde das schade und unverständlich!
Filme: Damals: 21 Seiten (10,7%) - Heute: 14,5 Seiten (11,0%)
Da schau her: Auch hier gibt es eine prozentuale Zunahme zu verzeichnen. Immerhin dieser Bereich wird nicht stiefmütterlich behandelt. Im Vergleich zur Vornahme ist dennoch ein Minus von einer Seite zu verzeichnen (daher entschuldige ich mich für die falsche Darstellung in meinem letzten Beitrag). Da ich mir in der Regel kein DVD-Magazin kaufe, ist die Filmauswahl der SFT meine einzige Quelle im Printbereich. Aufgrund des starken Bezugs auf oftmals schwächere, dafür besucherstarke Hollywood-Schinken muss ich aber meist das Internet zu Rate ziehen: filmstarts.de hat sich in diesem Bereich bewährt, wie ich finde. Wäre schön, wenn auch die SFT ihre diesbezügliche Vorgehensweise ändert.
Musik: Damals: 5 Seiten (2,6%) - Heute: 6 Seiten (4,5%)
Hätte ich die Ausgabe 11/09 als Vergleichsbasis herangezogen, wäre der Unterschied noch deutlcher ausgefallen (9 Seiten = 6,8%). Aber auch so ist mir das fast noch zu viel... Gestern lief auf 3Sat Haydns Schöpfungs-Oratorium: traumhaft! Dass dies nie in der SFT Erwähnung finden wird, ist mir klar. Die Nennung diente nur dazu, meinen Musikgeschmack zu beschreiben, der zwar weit reicht, aber dennoch nahezu kein von der SFT vorgestelltes Genre beinhaltet.
Bestenlisten: Damals: 9 Seiten (4,6%) - Heute: 2 Seiten (1,5%)
Damals waren auch noch Spiele- und Filmhits aufgelistet, heute regiert die Technik. Auch hier erkennt man wieder eine Priorität, die ich nicht verstehen kann.
Bereiche, die vom Umfang her gleich blieben:
- Terminkalender und Kolumne nahmen damals wie heute exakt eine Seite ein. Kolumnen dürfte es gerne mehr geben, denn solche Texte machen ein Heft besonders lesenswert, wie ich finde.
- Ein großes Lob auch für die Hülle der DVD: Nach wie vor aus Pappe, nach wie vor stabil und ein guter Schutz für den Beileger! Für mich als Sammler ist es auch schön, dass das Design größtenteils unverändert blieb.
Sonstige Änderungen:
- Bindung: Damals war das Heft geklammert, heute ist es geklebt. Letzteres ist sicher edler, und schützt vor frühen Verschleißspuren, dafür kostet es aber auch mehr und ist nicht unbedingt leichter zu lesen. Für mich ist also beides in Ordnung.
- Inhaltsverzeichnis: Damals zwei, heute drei Seiten : Platzverschwendung, dachte ich mir. Aber weit gefehlt, denn dmalas gab es auch vor den großen Ressorts je eine Seite zum Inhalt. Dennoch: Zwei Seiten reichen doch aus, oder?
- Editorial: Anfangs einseitig und kurzweilig zu lesen ist der erste Fließtext des Heftes, die Begrüßung des leitenden Redakteurs, heute nur noch ein halbseitiger Schatten seiner selbst. Immerhin wird in der aktuellen Ausgabe das Jubiläum erwähnt, davor war es nichts anderes als ein erweitertes Inhaltsverzeichnis: beschämend! Aber das kann ja ohne weiteres wieder besser werden. Auf geht's, Herr Müller!
Der Strichliste zum Opfer fielen:
- Bild des Monats: War manchmal ganz nett anzusehen, aber der Wegfall tut niemandem weh!
- Klassiker: Netter Rückblick auf Technik aus grauer Vorzeit - dürfte gern heute noch an Bord sein.
- Testsystem: Auf zwei Seiten wurde erklärt, wie die SFT testet. Ich kann darauf verzichten, das nach wie vor verwendete Notensystem sollte eigentlich jedem vertraut sein.
- Leserbriefe: Das tut weh! Obwohl die abgedruckte Leserschaft im ersten Heft nur Privilegierte aus der Medienbranche waren, fehlt dieser Bereich! Ständiges Bitten und Betteln nach Wiederaufnahme schlugen fehl, daher lasse ich das Jammern jetzt auch. Manche Menschen wollen scheinbar nicht begreifen, wie wichtig die transparente Einbindung der Leserschaft ist... Oder darf man unter dem neuen alten Chef vielleicht doch wieder etwas Hoffnung haben? ;-)
- Vorschau: Die letzte Seite beinhaltete Themen, aber vor allem auch Film und Spiel des Folgeheftes. Ich kann den Wegfall inzwischen verkraften, so steigt natürlich auch die Spannung, was die DVD beinhaltet. Auch das Ärgernis der aus lizenzrechtlichen Gründen nicht eingehaltenen Beilegerversprechen wurde so umgangen.
Die Beileger-DVD:
Anfangs bestehend aus einem hochwertigen Film und einem fast noch höherwertigeren PC-Spiel, gab es auch viele Ausgaben mit zwei Filmen oder gar nur einem Streifen ohne jedes Extra. Heute hat man scheinbar Gefallen daran gefunden, den Käufer mit Freeware zu nerven. Ich hoffe, die alte Regel mit einem stärkeren und einem (dann gerne auch) schwächeren Film wird wieder aufgegriffen. Wenn nicht, muss neben einem guten Film wenigstens ein Spiel, das nicht aus grauer Vorzeit stammt und im Laden sogar noch etwas kostet, enthalten sein, sonst vergrault ihr eure indirekten Arbeitgeber immer mehr. Auch wenn die Redaktion nichts dafür kann: Tretet den Oberen in den Hintern, dass die wieder Kundenfreundlichkeit als wichtigsten Antrieb für den Beileger entwickeln!
Das Design und das Cover:
Hier hat sich wirklich wenig getan, aber diese Bereiche sind mir nicht sonderlich wichtig, daher lasse ich lieber ein Bild sprechen. Hier die beiden Cover im Direktvergleich:
Fortsetzung im nächsten Beitrag...